Zeit ist Hirn

Jedes Jahr erleiden etwa 3.500 Steirerinnen und Steirer einen Schlaganfall. Das Durchschnittsalter der Betroffenen lag 2017 bei 74 Jahren, wobei Männer im Durchschnitt um fünf Jahre jünger waren als Frauen.
Schlaganfall ist eine der führenden Todesursachen und die häufigste Ursache für eine schwere Behinderung im Erwachsenenalter.
Was ist ein Schlaganfall? Ein Schlaganfall wird durch eine plötzliche Durchblutungsstörung im Gehirn ausgelöst, meistens infolge einer kritischen Einengung oder eines totalen Verschlusses einer Hirnarterie. In selteneren Fällen kann eine Hirnblutung Ursache eines Schlaganfalls sein. 

Wie macht sich ein Schlaganfall bemerkbar? Ein Schlaganfall liegt wahrscheinlich dann vor, wenn die Beschwerden plötzlich, also „schlagartig“, auftreten oder aus dem Schlaf heraus beim Aufwachen beobachtet werden und eines oder mehrere der unten genannten Zeichen vorhanden sind. 
  • Sprach-/Sprechstörung 
  • Sprachverständnisstörung 
  • Kraftminderung bis Lähmung
  • Taubheitsgefühl (z. Bsp. im Arm)
  • Sehstörung
Aber auch weniger typische Beschwerden, zum Beispiel eine Bewusstseinstrübung oder eine plötzlich aufgetretene Gleichgewichtsstörung, können auf einen Schlaganfall hinweisen – bei Frauen häufiger als bei Männern. Falls Sie eine oder mehrere dieser Beschwerden bemerken, rufen Sie unerzüglich 144!

Schlaganfall = Notfall – Jede Minute zählt! 
Schlaganfall - Jede Minute zählt
Die „Integrierte Versorgung von SchlaganfallpatientInnen in der Steiermark“ hat als Ziel, eine bestmögliche Versorgung betroffener Personen zu gewährleisten. Ein Schwerpunkt liegt darin, mit Informationsmaßnahmen das Erkennen des Schlaganfalls in der Bevölkerung und durch erstversorgende Personen zu verbessern, um bei Verdacht auf einen Schlaganfall einen raschen Transport in eine spezialisierte Abteilung für Schlaganfall (Stroke Unit) zu ermöglichen. 

Bei einem großen Teil der PatientInnen kann die Ursache eines Schlaganfalles innerhalb der ersten 4,5 Stunden nach Beginn der Symptome, zum Beispiel durch spezielle Medikamente, gezielt behandelt werden. Der Nutzen ist umso größer, je kürzer das Zeitfenster zwischen Schlaganfall und Therapiebeginn ist. 


Die Daten zur Schlaganfallversorgung in den verschiedenen Versorgungsbereichen wurden für die Jahre 2013 bis 2017 von der Schlaganfallkoordination der ÖGK Landestelle Steiermark, dem Gesundheitsfonds und der EPIG GmbH umfassend ausgewertet und in einem Bericht "Integrierte Versorgung Schlaganfall Steiermark" zusammengefasst, der von der Gesundheitsplattform abgenommen wurde. 
Die Ergebnisse dienen als Grundlage für weitere Verbesserungsmaßnahmen der Schlaganfallversorgung in der Steiermark.

Der Folder „Schlaganfall – Jede Minute zählt“ für PatientInnen und Angehörige informiert über Warnzeichen und Erste Hilfe Maßnahmen für diese Erkrankung und enthält Hinweise, was jeder selbst tun kann, um das Schlaganfall-Risiko möglichst gering zu halten. Der Folder enthält außerdem Informationen zum „Schlagerl“, der häufig Vorläufer eines Schlaganfalls sein kann.